Olli Schulz und das Altern

Sehr respektvoll gemacht. Ich liebe Olli einfach.

Das ist f├╝r mich ein echt schwieriges Thema und ich hatte w├Ąhrend der Dokumentation mehrmals Tr├Ąnen in den Augen oder einen Schauer im R├╝cken. Muss echt zugeben, dass ich Angst vorm Alter habe; Angst davor, dass der K├Ârper nicht mehr so mitmacht, wie ich es will. Angst davor, dass man geistig nachl├Ąsst, im schlimmsten Falle die vergisst, die man liebt. Und schlussendlich auch Angst vorm Sterben.

Ich frage mich oft, was ist w├╝rdevolles Altern, gibt es das ├╝berhaupt? Oder altert man gerade dann mit W├╝rde, wenn man sich dar├╝ber keine Sorgen macht? Das alles scheint noch soweit weg, aber wenn ich ├╝berlege wie schnell die letzten zehn Jahre an mir vorbeigegangen sind, habe ich Angst, dass ich irgendwann morgens aufstehe und 75 bin.

Solche Dokus helfen mir immer, mich wieder darauf zu besinnen, den Augenblick zu genie├čen und nicht immer nur an morgen zu denken. Hab ich leider am n├Ąchsten Tag alles wieder vergessenÔÇŽ

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Ich habe keine Angst, denn ich werde meine Existenz selbst beenden, wenn ich merke, dass es alleine nicht mehr geht. Warum? Ich habe meine Oma jahrelang alleine bis zu ihrem Tod Zuhause gepflegt und bin daran komplett psychisch zerbrochen. Niemand hat mir geholfen, alle meine Bekannten, inklusive meiner Erzeugerin, haben sich in dieser Zeit verpisst und es mir ├╝berlassen; einem Menschen, dem es sowieso nie besonders gut ging.

In dieser Periode habe ich das wahre Wesen der Menschen kennengelernt und sie hassen gelernt. Aus diesem Grund vertraue ich niemanden und sehe in allen anderen Menschen nur potentielle Feinde. Nennt es paranoid, aber so gut wie alle Menschen widern mich nur noch an. Sobald man ihnen den R├╝cken kehrt, rammen sie dir ein Messer ins Kreuz. Aus diesem Grund lehne ich Bindungen ab und meistere mein Leben alleine. Und wenn ich merke, dass es zu Ende geht, werde ich mich ganz bestimmt nicht der ÔÇ×F├╝rsorgeÔÇť anderer Menschen anvertrauen, f├╝r die ich dann sowieso nur eine in die Windeln schei├čende Belastung sein werde. Ich wei├č es, sie wissen es, aber sie werden zu feige sein, es dann auszusprechen und sich einzugestehen.

Nein, mein Ende wird so selbstbestimmt sein wie mein jetziges Leben.

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Nimms mir nicht ├╝bel, wenn ich sage, so m├Âchte ich nicht werden. Ich bin auch nicht der geselligste Mensch der Welt, ich mag keine Menschenmengen, ich mag auch in der Regel fremde Leute nicht, bevor ich sie n├Ąher kennen gelernt habe. Aber die Menschen die mir nahe stehen (und das sind nicht viele), die m├Âchte ich nicht verlieren. Das ist ein weiteres gro├čes Angstthema beim ├älterwerden. Neben dem eigenen Tod auch der Tod derjenigen, die einem nahe stehen.

Und zu sagen, ich mache meinem Leben selbst ein Ende, wenn ich merke, dass ich nicht mehr kann, hilft mir auch nicht. Da ich ja Angst vom Tod selber habeÔÇŽ Ich kann mir einfach nicht vorstellen, nicht zu existieren. Ich wei├č, dass ich vor meiner Geburt Milliarden Jahre tot war und es mich nicht gest├Ârt hat. Jetzt lebe ich aber, und will nicht wieder zu nichts werdenÔÇŽ

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Wir alle sind letzten Endes das Produkt unserer pers├Ânlichen Erfahrungen, da ist es nur verst├Ąndlich, dass Meinungen und Einstellungen verschieden sind. Mir ist der Tod eben relativ egal und er schreckt mich nicht wirklich. W├Ąre mein Leben anders verlaufen, w├╝rde ich eventuell anders denken. :slightly_smiling_face:

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Die Doku macht sehr nachdenklich. Wie werde ich in 20 oder 30 Jahren leben?
Durch den k├╝rzlichen Tod meines Vaters mache ich mir sehr viele Gedanken ├╝ber das Leben. Meine Mutter lebt noch. Wenn sie mal nicht mehr ist bin ich der ├Ąlteste in der Familie. Das ist f├╝r mich bedr├╝ckend.

Ich kann mich nicht beklagen. Mein Leben ist und war toll. Wenn ich so zur├╝ckdenke ist es in nur so dahin gerast. Wenn man ├Ąlter wird und sich erinnert denke ich oft, was das ist schon so lange her.

Und f├╝r mich noch der passende Song f├╝r diese sehr sch├Âne Sendung;

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In der Doku wird doch schon der richtige Tipp gegeben:
Live in the Now!

Ums greisig werden k├╝mmere ich mich erst, wenn es so weit ist.

Das Eine schlie├čt ja das Andere nicht aus.